Taubenschützenverein Altaussee-Schneiderwirt Das Taubenschießen an sich Der Schießstand funktioniert wie ein großes Pendel. Geschossen wird mit einer hölzernen Taube welche vorne (also als Schnabel) einen eisernen Spitz hat und an welcher hinten (am Schanz) eine feste Schnur befestigt ist. Die Taube hängt an einer Kette aus Stahldrahtgliedern, die Länge der Kette ist ca. 8 m. Die Schußweite beträgt bei uns ca. 8 m. Unsere Tauben haben jeweils ein Gewicht von ca. 2 kg. Geschossen wird auf Papierscheiben mit einer senkrechten Einteilung der Kreise, d.h. die Einschlagshöhe der Taube wird nicht in die Wertung einbezogen. Der Schütze stellt sich auf ein ca. 0.9 m hohes Podest und bekommt vom “Aufigeber” die Taube gereicht. Am Schwanzende der Taube ist eine feste Schnur angebracht, mit dieser hält der Schütze die Taube fest und hebt die Arme so weit über den Kopf, bis er die Schnur und die Kette der Taube als Zieleinrichtung benutzen kann (wie Kimme und Korn eines Gewehres). Nun liegt es am Schützen, die Taube möglichst ruhig zu halten und die Schnur, die Kette und die Mitte der Scheibe eine Linie zu bringen. Hat der Schütze dies zu seiner Zufriedenheit erreicht, läßt er die Schnur los (wobei es mehrere Arten des loslassens gibt) und die Taube schwingt durch die Pendelbewegung Richtung Scheibe. Die Scheibe ist auf einer dicken Holzplatte befestigt, in diese schlägt die Taube nun mit dem Eisenspitz ein und bleibt normalerweise auch stecken. Nun kann der “Zieler” die getroffenen Kreise auf der Scheibe ablesen und am Rand der Scheibe vermerken, dann löst er die Taube aus dem Holz und läßt sie zum “Aufigeber” schwingen, welcher die Taube wieder dem Schützen gibt und der Ablauf sich wiederholt. Geschichtliches Enstanden ist das Taubenschießen wahrscheinlich als Schießsport des einfachen Volkes, da dieses früher keine Schußwaffen besitzen durfte. Ausserdem war es für die einfachen Leute auch leistbar, da ausser dem Schießstand mit der Taube  kein weiteres Gerät notwendig ist. Die älteste Erwähnung des Taubenschießens in Altaussee stammt aus dem Jahre 1905, und zwar aus dem Buch „Die Altausseer“ von Ferdinand Freiherr von Andrian-Werburg, da heißt es: „Sehr alt soll auch das Taubenschießen sein, welches früher in Altaussee stattfand, jetzt nur mehr im Markt betrieben wird. Es ist viel harmloser als der gleichnamige moderne Sport. Eine hölzerne Taube, deren Schnabel eine Eisenspitze bildet, hängt frei an einer langen Schnur. Eine zweite oist an der Schwanzspitze angebracht. Mittels der letzteren muß der Spieler der Taube den richtigen Schwung geben, damit sie mit dem Schnabel in die Kreise der gegenüberliegenden Scheibe trifft.“ Im besagten „Markt“, das ist Bad-Aussee, gab es mehrere Taubenschützengesellschaften. Zum Beispiel eine beim Gasthaus zur Glocke, welche sicher schon 1831 schoß, aber laut Aufzeichnungen bereits viel früher existierte. Überhaupt war das Taubenschießen früher sehr weit verbreitet, es wurde von der Nordsee bis Südtirol geschossen. Im Volkskundemuseum in Graz liegt zum Beispiel eine Taube aus Niederwölz, wo bis ca. 1930 geschossen wurde. Heute sind wir in Altaussee, soweit mir bekannt ist,  in Österreich der einzige aktive Taubenschützenverein. Die ältesten Aufzeichnungen über das Taubenschießen in Altaussee die sich in unserem Besitz befinden, sind, leider muß man sagen, erst aus dem Jahre 1925. Die älteste Schützenscheibe in unserem Besitz stammt aus der Schußsaison 1925/26. Dann wurde mit mehreren Unterbrechungen bis 1967 geschossen. Im Jahre 1977 schließlich reaktivierte der neue Pächter des Schneiderwirtes, Leuner Heinz, das Taubenschießen und seitdem wird, ohne Unterbrechungen, jedes Jahr geschossen. Geschossen wird vom ersten Sonntag nach Allerheiligen bis zum Sonntag vor dem Faschingsonntag. Das Ausschießen ist immer vom Faschingsamstag bis Faschingmontag Das Schützenmahl mit Siegerehrung findet am Faschingsamstag statt. Der Schützenzug als Saisonabschluß findet jedes Jahr am Faschingmontag statt, und führt durch die Wirtshäuser des Ortes. Die Schußsaison über den Winter ist wahrscheinlich dadurch entstanden, da in dieser Jahreszeit die Bauern und Arbeiter leichter Zeit zum Taubenschießen hatten, während vom Frühjahr bis in den Herbst die meiste Arbeit zu erledigen war. Kontakt Impressum Hinweise zu Links